Apotheose

Apotheose

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Apo|the|o|se 〈f. 19
2. Verherrlichung, Glorifizierung
3. 〈Theat.〉 verherrlichendes Schlussbild
● sein Werk gerät zur \Apotheose des Fortschritts [zu grch. apotheoun „vergöttern“ <apo, hier: „Verwandlung in“ + theos „Gott“]

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Apo|the|o|se, die; -, -n [lat. apotheosis < griech. apothéōsis, zu: theós = Gott]:
1. (bildungsspr.)
a) Erhebung eines Menschen zum Gott; Vergöttlichung eines Menschen:
die A. Napoleons;
b) Verherrlichung, Verklärung:
die A. der modernen Naturwissenschaft;
c) (Kunst) Darstellung einer Apotheose (1 a).
2. (Theater) wirkungsvolles [verherrlichendes] Schlussbild eines Bühnenstücks.

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Apotheose
 
[griechisch »Vergötterung«] die, -/-n,  
 1) allgemein: Vergötterung, Vergöttlichung; Verklärung, Verherrlichung, begeisterte Huldigung.
 
 2) Religionsgeschichte: Der seit dem Hellenismus gebräuchlicher Begriff der Apotheose steht im Kontext des altorientalischen Gottkönigtums und bezeichnet im engeren Sinn die Zuerkennung von göttlichen Ehren an einen Menschen oder die Feststellung seiner Vergöttlichung. Die Gleichsetzung des Königs mit dem Stadt- oder Reichsgott, wie in Akkad oder im Ägypten des Alten Reichs, ergibt sich dabei unmittelbar aus der Stellung des Königs. Unter politisch und theologisch komplizierteren Verhältnissen treten später Konzepte auf, bei denen der König nur noch eine Erscheinungsform des höchsten Gottes ist, der Sohn des Gottes, oder uneingeschränkt Gott erst nach seinem Tod.
 
Für den hellenistischen Bereich ist die Gestalt Alexanders des Großen der Punkt, an dem griechischen, persischen und ägyptischen Traditionen zusammenfließen und einen Herrscherkult in einem neuen politischen und theologischen Rahmen einleiten. Neben die altorientalischen Modelle treten hier die den Griechen geläufigen der Heroisierung (Heroenkult); eine kulturelle Verehrung wird erst nach dem Tod praktiziert. Die Nachfolger Alexanders haben diesen Rahmen übernommen und weiter ausgestaltet; Ptolemaios II. war der Erste, der für sich und seine Gattin Arsinoe bei Lebzeiten eine Apotheosierung und einen Tempelkult in Anspruch nahm. In Rom wurde Caesar als erster zu seinen Lebzeiten »wie ein Gott« verehrt und nach seinem Tod zum »Divus Iulius« mit eigenem Priester (flamen) erhoben. Die römischen Kaiser haben in der Folgezeit mit unterschiedlichen Ansprüchen eine Apotheosierung (Divinisierung) schon zu Lebzeiten verlangt (dies war die Ausnahme) oder sich in ein bestimmtes Verhältnis zu einem Gott, etwa Merkur oder Apoll, gesetzt. Die postume Apotheose wurde seit Augustus als Rechtsakt konzipiert: Aufgrund des Eides eines Zeugen, der die Himmelfahrt des Kaisers gesehen zu haben behauptete, beschloss der Senat die Aufnahme des toten Kaisers unter die »Divi Imperatores«.
 
 
Auf der bedeutendsten Apotheose, der des Antoninus Pius und der Faustina (161; Vatikanische Sammlungen), stellt die das römische Kaiserpaar entrückende Gestalt wahrscheinlich den Äon dar. Im Barock und im 19. Jahrhundert wird die Apotheose in allegorisierender Weise wieder aufgegriffen, so hat z. B. A. Pozzo die Apotheose des heiligen Ignatius (um 1685), B. Permoser die Apotheose des Prinzen Eugen (1718-21) und D. Chodowiecki die Entrückung Friedrichs des Großen zum gestirnten Himmel dargestellt und J. A. D. Ingres die Apotheose Homers (1827) und Napoleons I. (1853) gemalt.
 
In Literatur und Theater des Barock ist eine Apotheose häufig effektvolles Schlussbild in Schauspiel und Oper.
 
 
E. Bickermann in: Archiv für Religionswissenschaft, Jg. 27 (1929);
 C. J. Gadd: Ideas of divine rule in the ancient east (London 1948);
 C. Habicht: Gottmenschentum u. griech. Städte (1956);
 L. Cerfaux u. J. Tondriau: Le culte des souverains dans la civilisation gréco-romaine (Tournai 1957);
 F. Taeger: Charisma, 2 Bde. (1957-60);
 
Le culte des souverains dans l'empire Romain, hg. v. W. den Boer (Genf 1973);
 H. Frankfort: Kingship and the gods (Neuaufl. Chicago 1978);
 
Röm. Kaiserkult, hg. v. A. Wlosok (1978);
 H. Wrede: Consecratio in formam deorum. Vergöttlichte Privatpersonen in der röm. Kaiserzeit (1981).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Apotheose: Die Vergöttlichung des Kaisers
 

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Apo|the|o|se, die; -, -n [lat. apotheosis < griech. apothéōsis, zu: theós = Gott]: 1. (bildungsspr.) a) Erhebung eines Menschen zum Gott; Vergöttlichung eines Menschen: die A. Napoleons; b) Verherrlichung, Verklärung; die A. der modernen Naturwissenschaft; Der Sturm auf die Barrikaden. Die A. der Fortschrittsgläubigkeit (Fries, Weg 74); Sie (= die Atombombe) ist das eigentliche Telos, die A. des Scherbenhaufens (Enzensberger, Einzelheiten I, 117); c) (Kunst) Darstellung einer ↑Apotheose (1 a). 2. (Theater) wirkungsvolles [verherrlichendes] Schlussbild eines Bühnenstücks.

Universal-Lexikon. 2012.

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